Die neue KFZ-Steuer 2021 wird teuer – aber wir haben einen Spartipp!

Achtung: Die neue KFZ-Steuer 2021 – die wird teuer! Aber wir geben auch Entwarnung! Erstens ist es aktuell nur geplant, noch nichts ist in trockenden Tüchern. Aber auch wenn die Wahrscheinlichkeit recht hoch, denn es muss nur noch vom Bundestag durchgewunken und vom Bunderat verabschiedet werden, betrifft es längst nicht jeden. Warum? Das erklären wir heute!

Was ändert sich bei der KFZ-Steuer 2021?

Ab dem 01.01.2021 soll die KFZ-Steuer neu berechnet werden. Zunächst die positive Nachricht: Für Neuwagenfahrer! Ja – kein Witz – könnte es einen Nachlass von 30 Euro geben. Zumindestens dann wenn das Fahrzeug unter 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt.

Wie wird die KFZ-Steuer berechnet?

Das ist bis dato noch recht einfach. Pro 100 ccm Volumen vom Motor bezahlt man 2 Euro wenn man einen Benziner fährt. Fährt man einen Selbstzünder, also einen Diesel, dann sind das 9,50 Euro pro 100 ccm. Kleines Beispiel? Ein 2.0 Liter Benziner kostet 40 Euro, ein 2.0 Liter Diesel 190 Euro. Dazu kommt dann allerdings noch der CO2-Aufschlag.

Aktuell bezahlt man ab 95 Gramm CO2 pro Kilometer einen CO2-Aufschlag von 2 Euro pro Gramm. Nehmen wir also an, wir haben ein Fahrzeug mit 2.0 Liter Hubraum und einen CO2 Ausstoß von 130 g/km. Dann sind das aktuell bei einem Benziner die 40 Euro + 70 Euro, also eine KFZ Steuer von 110 Euro. Beim Diesel sind es aktuell 190 + 70 Euro = 260 Euro.

Was ändert sich bei der KFZ-Steuer im Jahre 2021?

Der CO2-Aufschlag wird teuer! Je mehr ein Fahrzeug ausstößt, desto teurer wird es. Das ist geplant:

95-115 g/km = 2,00 Euro pro Gramm CO2
115-135 g/km = 2,20 Euro pro Gramm CO2
135-155 g/km = 2,50 Euro pro Gramm CO2
155-176 g/km = 2,90 Euro pro Gramm CO2
175-195 g/km = 3,40 Euro pro Gramm CO2
195-999 g/km = 4,00 Euro pro Gramm CO2

Liest sich schon kompliziert, oder?

Wir rechnen mal den aktuellen Jaguar F-TYPE R durch und vergleichen das mit den aktuellen Steuern:

Wir haben also den 5.0 Liter V8 Benziner, zugegeben ein extremes Rechenbeispiel, aber wir wollten es mal deutlich machen. Der kombinierte CO2-Ausstoß liegt bei 252 g/km. Nach aktueller Berechnungsgrundlage haben wir also 50 x 2 Euro für die Grundsteuer + (252-95)*2 für den CO2-Aufschlag. Das wären als 414 Euro.

Doch was kostet so ein Fahrzeug ab dem kommenden Jahr, wenn die neue KFZ-Steuer 2021 durchgewunken wird?

252-95 = 157! Davon kosten die ersten 20 nur 40 Euro, die nächsten 20 dann schon 44 Euro, die weiteren 20 werden mit 50 Euro eingebucht usw. – ihr könnt folgen? Alles über 195 g/km kostet also immer mindestens 260 Euro, doch dann haben wir ja noch 57 weitere Gramm die mit 4 Euro eingepreist werden.

Wir rechnen mal kurz zusammen:

50×2,00 + 57×4 + 260 Euro = 588 Euro!

Die KFZ-Steuer für den Jaguar F-Type R Benziner wird also um 174 Euro teurer, wir sind der Überzeugung, dass F-Type R Fahrer das verschmerzen können. Aber wie sieht es aus mit einem alten VW Golf?

Ein VW Golf 3 GTI hat 2.0 Liter Hubraum und einen CO2-Ausstoß von 194 g/km. Aktuell kostet er 238 Euro KFZ-Steuern im Jahr. Nach der neuen Berechnung würde das Fahrzeug dann 296,60 Euro in der jährlichen KFZ-Steuer.

Doch warum würde? Warum nutzen wir die Möglichkeitsform?

Weil die Neuberechnung für Fahrzeuge gelten soll, die ab dem Jahre 2021 neu zugelassen werden. So ist zumindest aktuell der Plan und darauf basiert noch unsere Hoffung, dass Bestandsfahrzeuge nicht teurer werden.

Ansonsten gibt nur zwei Gewinner bei der neuen KFZ-Steuer: Auto-Fahrer mit einem CO2-Ausstoß von unter 95 Gramm pro km (limiert auf fünf Jahre und einem jährlichem Nachlass von 30 Euro, die Steuervergünstigung für sparsamere Fahrzeuge kann auch auf den neuen Halter übertragen werden) und der Staat, denn der wird richtig viel Geld einfahren auf den Kosten der Autofahrer.

Das Bundesfinanzministerium feierte die Reform als „gute Nachricht“ und schiebt hier natürlich die Themen Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit in den Vordergrund. Immerhin: Elektrofahrzeuge bleiben bis Ende 2025 von einer KFZ-Steuer befreit!

 

Der Wirtschaft, einschließlich mittelständischer Unternehmen, entstehen für neue Fahrzeuge höhere Kosten, soweit die Fahrzeuge einen CO2-Prüfwert von mehr als 115 g/km aufweisen. Das Ziel ist klar: Wir sollen alle sparsamere Fahrzeuge kaufen!

Die CO2-Komponente im Steuertarif für Pkw soll durch die Reform deutlicher abgebildet werden. Der Staat möchte einen stärkeren Anreiz beim Neuwagenkauf hin zu verbrauchsärmeren Antrieben mit niedrigem CO2-Emissionspotenzial bieten. Schließlich wird die am 31. Dezember 2020 auslaufende Gewährung der zehnjährigen Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge verlängert. Hierdurch wird, zu der Kaufprämie, ein weiterer Anreiz geschaffen, lokal emissionsfreie Neufahrzeuge zu erwerben.

Man könnte das nun natürlich auch als Konjunktur-Paket für die großen SUVs, für Motoren mit viel Hubraum und dementsprechend hohem CO2-Ausstoß sehen, denn die neue KFZ-Steuer 2021 soll – zum aktuellen Zeitpunkt – nur für Fahrzeuge bei der erstmaliger Zulassung ab dem 1. Januar 2021 gelten, sprich wer in diesem Jahr noch kauft und das Fahrzeug anmeldet, der wird bares Geld sparen! Auch so kann man die Wirtschaft ankurbeln!

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