Die üblichen Verdächtigen: Diese Komponenten im Auto machen besonders gerne schlapp

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Ein Kraftfahrzeug, vor allem, wenn es sich um ein Auto handelt, sollte zuverlässig arbeiten. Immerhin wird es benötigt, um zur Arbeit und zurück zu kommen, die wöchentlichen Einkäufe zu tätigen, sicher an den Urlaubsort zu gelangen oder sonstige Fahrten zu erledigen. In der Regel sind Autos sehr zuverlässig, allerdings gibt es bestimmte Komponenten im Auto, die schneller als andere kaputtgehen.

Pannenursache Autobatterie

Die verschiedenen Pannenhilfsdienste führen eine jährliche Statistik darüber, welche Teile eines Autos am häufigsten dazu führen, dass der Fahrer Hilfe benötigt. Laut einer ADAC-Statistik ist es die Autobatterie, die am häufigsten ihren Dienst versagt und aufgeladen werden muss. Wichtig ist vor allem, beim Aufladen mithilfe eines Ladegerätes an einem möglichst trockenen Ort eine sogenannte Spannungsüberlagerung zu vermeiden, durch die die Bordelektronik beschädigt werden könnte.

Verschleißteil Auspuff

Eine Komponente beim Auto, die sehr schnell kaputtgehen kann, ist der Auspuff. Dies liegt vor allem daran, dass die Auspuffanlage zum größten Teil unter dem Wagen montiert ist und damit relativ ungeschützt vor Steinschlag oder Nässe ist. Zudem sorgt Kondenswasser, das im Inneren der Anlage entsteht, für frühzeitigen Verschleiß. Oft rostet beispielsweise das Auspuffrohr an besonders neuralgischen Punkten schneller durch. Daher sollte man, gerade beim Kauf eines Gebrauchtwagens, das Fahrzeug von unten begutachten, etwa mithilfe einer Hebebühne. So erkennt man relativ schnell, ob die Auspuffanlage noch in Ordnung ist oder eventuell ausgetauscht werden sollte.

Autoreifen verschleißen durch starke Beanspruchung

Die mit am stärksten belasteten Teile an einem Auto sind natürlich die Reifen. Auf ihnen lastet das gesamte Gewicht des Fahrzeugs und sie müssen während der Fahrt sämtliche Unebenheiten des Untergrundes ausgleichen. Darüber hinaus sollen sie durch ihr Profil ein Rutschen des Wagens verhindern, etwa bei regennasser oder schneebedeckter Straße. Aufgrund des Fahrzeuggewichts sowie der Oberflächenstrukturen der Straßen verringert sich mit der Zeit die ursprüngliche Profiltiefe des Reifens, wodurch er immer weniger Halt auf dem Untergrund findet. Offiziell vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe, weil dann die Haftungseigenschaften nachlassen. Es ist allerdings sinnvoll, schon früher zu reagieren. Sobald Winterreifen weniger als vier Millimeter und Sommerreifen weniger als 2,5 Millimeter Profiltiefe aufweisen, sollte man Autoreifen austauschen.

Bremsanlage ist anfällig für schnellen Verschleiß

Gerade der Straßenverkehr in großen Städten ist geprägt von häufigem „stop and go“. Das bedeutet, dass man als Verkehrsteilnehmer bei starkem Verkehrsaufkommen alle paar Meter das Bremspedal betätigen muss, um das Auto rechtzeitig anzuhalten. Dadurch kommt es jedes Mal zur starken Erwärmung der Bremsscheibe und zu einem Abrieb am Bremsbelag. Dies ist der Grund dafür, dass Bremsen zu den anfälligsten Verschleißteilen überhaupt gehören. Daher sollte die Bremsanlage regelmäßig kontrolliert und im Bedarfsfall frühzeitig durch den Einbau neuer Bremsbeläge oder Bremsscheiben erneuert werden. Wie stark und wie schnell die Bremsen sich abnutzen, hängt allerdings nicht nur vom Verkehrsaufkommen ab, sondern zu einem großen Teil auch vom Fahrverhalten des Fahrzeugführers. Vorausschauendes und zurückhaltendes Fahren sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern schont auch die Bremsanlage des Autos.

Zündkerzen, Glühkerzen und Keilriemen: Anfällige Kleinteile

Die Qualität hat sich zwar im Bereich der Kleinteile immer weiter verbessert, dennoch gelten Zündkerzen (sie entzünden das Benzin im Verbrennungsmotor), Glühkerzen (welche den Innenraum der Zylinder bei einem Dieselmotor erwärmen sollen) sowie Keilriemen (der die Kraft des Motors auf andere Aggregate wie Lüfter, Servolenkung oder Kompressor der Klimaanlage im Wagen überträgt) als Verschleißteile im Fahrzeug. Die Zündkerzen können sehr leicht verrußen oder es bilden sich Ablagerungen im Bereich der Zündelektroden. Die Glühkerzen können vor allem durch häufiges Starten des Motors verschleißen und leiten mit der Zeit immer weniger Wärme. Der Keilriemen kann einfach reißen, wenn die Beanspruchung zu groß ist und der Riemen vielleicht porös ist.

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Getriebe bzw. Kupplung als Schwachstelle beim Auto

Vor allem, wenn die Kupplung im Stadtverkehr sehr oft genutzt wird (Ein- und Auskuppeln beim Anfahren), dann wird sie deutlich stärker belastet, als etwa bei einer langen Fahrt über die Autobahn. Daher sollte man unbedingt darauf achten, ob man nur noch mit Vollgas vom Fleck kommt, die Kupplung bei ihrer Betätigung an einem bestimmten Punkt greift oder der Weg des Pedals länger ist, als sonst. In diesen Fällen ist meist die Kupplung defekt und das Auto gehört in die Werkstatt. Vom Umgang mit der Kupplung hängt auch der Zustand bzw. Verschleiß des Getriebes zusammen. Wer häufig Fehler beim Schalten macht, also etwa den falschen Gang wählt oder das Kupplungspedal vor dem Schalten nicht richtig durchtritt, riskiert ein defektes Getriebe. Anzeichen für ein defektes Getriebe können von selbst herausspringende Gänge, Vibrationen oder metallisch-rasselnde Geräusche sein. Hier sollte man möglichst bald eine Werkstatt aufsuchen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Gerade am Beginn kann man durch das Austauschen einzelner Teile einen großen Getriebeschaden noch verhindern.

Handbremse: Zu viel Zug kann zu Schäden führen

Manche Fahrzeugführer schaffen es tatsächlich, so stark am Hebel für die Handbremse, die auch als Feststellbremse bezeichnet wird, zu ziehen, sodass das Verbindungskabel zu den Bremsen reißt und die Bremse nicht mehr funktioniert. Da es sich um eine mechanische Komponente im Auto handelt, sollte man also mit Bedacht den Hebel nach oben ziehen, wenn man beispielsweise das Auto an einer abschüssigen Straße abstellen möchte. Normalerweise funktioniert die Handbremse sehr leichtgängig, es gibt also eigentlich keinen Grund, sie als Fitnessgerät zu missbrauchen.

Klein, aber wichtig: Scheinwerfer beziehungsweise Leuchtmittel

Die Lichtanlage eines Fahrzeugs zählt zu den wichtigsten Komponenten, denn sie gewährleistet zweierlei: Die gute Sicht des Fahrzeugführers während der dunklen Tages- und Nachtzeiten und zudem garantiert sie, dass das Fahrzeug von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen wird. Zwar arbeiten inzwischen viele Hersteller mit LED-Beleuchtung, dennoch gibt es am Auto-Scheinwerfer, bei denen herkömmliche Leuchtmittel wie Glühbirnen zum Einsatz kommen. Aufgrund der hohen Belastung durch unebene Straßen, Schlaglöcher oder ähnliche Gegebenheiten sind diese Leuchtmittel ständigen Erschütterungen ausgesetzt, wodurch sie natürlich schneller kaputtgehen können. Am häufigsten treten laut Statistiken defekte Rück- oder Blinklichter auf. Wer ein defektes Licht an seinem Auto entdeckt, sollte dieses reparieren, bevor er zur nächsten Fahrt aufbricht. Im Idealfall hat man einige Ersatz-Leuchtmittel im Auto deponiert. Der Wechsel ist relativ einfach und man kann ihn ohne Werkstatt vornehmen. Die sofortige Reparatur kaputter Lichter ist ratsam, denn die Polizei kann für das Fahren mit defektem Licht Bußgelder verhängen.

Kabel: Marderbisse können zu Schäden führen

In den Statistiken der Pannendienste tauchen immer wieder defekte Kabel im Motorraum auf. Ursache hierfür sind meist kleine Nager wie Marder, die sich in abgestellten Fahrzeugen ein warmes Plätzchen suchen und dann die Kabel anfressen. Dieser „Marderbiss“ zerstört nicht nur die Isolierung der Kabel, sondern führt oft dazu, dass das gesamte Kabel durchtrennt wird, wodurch der ganze Motor nicht mehr funktioniert. Marder machen sich nicht nur über Stromkabel her, sondern zerstören häufig auch Bremsschläuche, was zu einer großen Gefahr für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer werden kann. In Baumärkten und auch in Werkstätten gibt es inzwischen verschiedene Mittel gegen Marder, etwa Anti-Marderspray, Elektroschockgeräte für den Einbau im Motorraum oder Ultraschallgeräte.

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Regelmäßige Inspektionen sind hilfreich

Viele Autofahrer wollen sicher sein, dass ihr Fahrzeug intakt ist und melden es zu regelmäßigen Inspektionen in einer Werkstatt an. Dort werden sämtliche Teile kontrolliert und verschleißanfällige Komponenten bei Bedarf ausgetauscht. Sinnvollerweise sollte man als Fahrzeugführer auf eventuelle Anzeichen für Verschleiß achten und möglichst bald für Abhilfe sorgen. Damit schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. Eine defekte Bremsanlage, eine durchgebissene Benzinleitung, ein nicht funktionierender Scheinwerfer oder ein kaputtes Getriebe können zu schweren Unfällen führen, was sich durch eine regelmäßige Kontrolle der anfälligsten Autoteile leicht verhindern lässt. Eine Inspektion ist zwar mit Zeitaufwand und Kosten verbunden, die Kosten für einen Unfall und seine oft weitreichenden Folgen sind aber fast immer deutlich höher.

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