E-Fuels – Vorteile und Nachteile

In der Diskussion rund um das künftige und geplante Aus von Verbrennungsmotoren rücken die E-Fuels als weitere Option immer weiter in den Vordergrund. In der Frage der besten und umweltfreundlichsten Treibstoffalternative soll dieser Ökosprit dafür sorgen, dass Benzin- oder Dieselfahrzeuge nachhaltig fahren.

E-Fuels - Vorteile und Nachteile

E-Fuels – Vorteile und Nachteile

Was sind E-Fuels?

Bei E-Fuels handelt es sich um „Electrofuels„, wobei der Kraftstoff mit Strom hergestellt wird. Sie werden über eine Elektrolyse durch die Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff hergestellt. Im Anschluss kommt es zur Verbindung von Kohlendioxid mit dem Wasserstoff. Im Resultat entsteht der synthetische Kraftstoff, wobei diese aktuell noch nicht auf dem freien Markt zur Verfügung stehen.

Die Nutzung der E-Fuels ist simpel. Wie bei den klassischen Spritarten können die an der Tankstelle gezapft werden. Die Herstellung erfolgt mit Strom, sodass bei der Nutzung von grünem Strom aus Wind oder Sonne von einer erneuerbaren Energie die Rede ist.

Die derzeitige Regierung Deutschlands will eine Grundlage schaffen, damit Sie auch an Tankstellen E-Fuels zu 100 Prozent tanken können. Nach der aktuellen Gesetzgebung ist die Nutzung bisher zu einer Grenze von maximal 26 Prozent möglich. In die Bundesimmissionsschutzverordnung soll in diesem Zusammenhang eine reine E-Fuels und Biodieselnutzung integriert werden.

Was ist der Grund für die Diskussionen um die E-Fuels?

Bereits im Jahr 2026 will die Kommission der Europäischen Union entscheiden, ob die mit klassischen Antrieben versehenen Fahrzeuge nach 2035 noch fahren dürfen. Um die Nutzung von Benzinern, Diesel- oder Gasfahrzeugen danach weiterhin zu gewährleisten, wäre die flächendeckende Einführung von E-Fuels als Treibstoffart eine Alternative zu Elektromotoren. Die Minister der FDP, Christian Lindner und Volker Wissing, haben daher auf einen Kompromiss in der Debatte um das Verbot von Verbrennungsmotoren hingewirkt.

E-Fuels als Treibstoffart eine Alternative zu Elektromotoren

Aufgrund der sensiblen Thematik mit der vergleichsweise kurzen Frist bis zu der finalen Entscheidung will die Politik möglichst flexible Grundlagen für eine moderne Zukunft im Verkehrssektor schaffen.

Was sind die Vorteile der E-Fuels?

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten über grüne und nachhaltige Rohstoffe zeigt sich in den E-Fuels der große Vorteil der nahe unerschöpflichen Verfügbarkeit. Im Gegensatz zu Erdöl wird es bei der Nutzung von Wasser und Kohlendioxid keine Engpässe hinsichtlich der Verfügbarkeit geben. Die Herstellung kann dort erfolgen, wo es ausreichend Wind und Sonne gibt. Geplant sind Herstellungsprozesse in Afrika oder Südamerika, wo die Energien sonst verloren gehen.

Siehe auch  Die Unterhaltskosten fürs Auto im Vergleich 2024

Ein weiterer Vorzug der E-Fuels ist die klimaneutrale Bilanz. Bei der Verbrennung wird lediglich so viel CO2 an die Atmosphäre abgegeben, wie im Vorfeld aufgenommen wurde. Für eine komplette Klimaneutralität ist die Verwendung des Stroms aus regenerativen Energien erforderlich.

Mit den E-Fuels lassen sich auch Verbrennungsmotoren unabhängig von dem Motor weiter nutzen. Diese Flexibilität kann einen enormen Beitrag zur Klimaneutralität leisten. Das bestehende Netz an Tankstellen kann ohne umfassende Anpassungsprozesse weiter genutzt werden. Darüber hinaus ist keine komplexe Umwandlung der bereits gebauten Fahrzeuge erforderlich, sodass der Neubau von Fahrzeugen nicht in der Dimension wie gedacht erfolgen muss.

Die Vorteile wurden in einem E-Fuels Test des ADAC konkret untersucht. Nach einer Prüfung nach mehreren gefahrenen tausend Kilometern stand im Ergebnis eine Reduzierung des Stickoxid-Ausstoßes von circa 40 Prozent. In dieser Analyse ergab sich zudem, dass es bei den technischen Eigenschaften wie Leistung oder Fahrverhalten keine Einschränkungen gab.

Mit den E-Fuels lassen sich auch Verbrennungsmotoren weiter nutzen

Mit den E-Fuels lassen sich auch Verbrennungsmotoren weiter nutzen

Als weiterer Vorteil gegenüber anderen Kraftstoffen ist der vergleichsweise günstige Transport über lange Distanzen. Unabhängig von dem Ort der Herstellung sorgt der Transport über Tankschiffe im Vergleich zu dem Strom bei E-Autos zu einer leichten Verarbeitung rund um den Globus. Dank der höheren Energiedichte als der von Auto-Akkus beziehungsweise Wasserstoff sind die E-Fuels gut nutzbar.

Vorteilhaft an die E-Fuels ist die Nutzungsmöglichkeit in verschiedenen Segmenten. Im Flugverkehr wird schon lange nach einer Alternative zu Kerosin gesucht. Die Lufthansa nutzt die E-Fuels bereits für circa 100 Flüge per Anno von Europa nach Amerika. Die derzeit genutzten 10.000 Tonnen sollen sich bis 2030 um den Faktor 20 auf 200.000 Tonnen steigern.

Was gibt es für Nachteile bei der Nutzung der E-Fuels?

Kritiker der E-Fuels sehen in der Nutzung eine Verwendung mit einem geringen Wirkungsgrad. Durch den strombasierten Kraftstoff ist das Resultat in Relation zu dem, was aufgewendet werden muss, relativ gering. Der frühere Chef von Volkswagen, Herbert Diess, hat in einer Analyse die Effizient als extrem schlecht bezeichnet. In einer groben Kalkulation nach Herbert Diess seien im Vergleich zu 10 Euro Kosten bei einem Stromer für einen E-Fuel Fahrer etwa 60 Euro erforderlich.

Siehe auch  Fahrbericht - Test: Neuer Nissan Micra (2017)

Weiterhin als Nachteil wird bei einem E-Fuel betriebenen Auto die Notwendigkeit der Herstellung auf Basis von grünem Strom gesehen, um tatsächlich klimaneutral angetrieben werden zu können. Die tatsächliche Einsparung von CO2 durch die Nutzung der E-Fuels lässt sich aktuell noch nicht sicher sagen. Nach einer Studie aus dem Juni 2022 würde ein E-Fuel-Auto in seinem Produktlebenszyklus lediglich fünf Prozent CO2 gegenüber einem konventionellen Fahrzeug einsparen. Das rein elektrisch betriebene Fahrzeug spart hingegen auf Basis dieser Studie fast 80 Prozent an Emissionen.

Können E-Fuels tatsächlich für alle Fahrzeugtypen genutzt werden?

Immer wieder stellt sich die Frage, ob die bereits hergestellten Fahrzeuge unabhängig des Verbrennungsmotors mit den E-Fuels fahren können. Nach Einschätzung verschiedener Experten sind diese Bedenken unbegründet. Im Rahmen von Tests wurden bisher keine negativen Einflüsse auf den Antriebsstrang festgestellt und ergaben sogar Vorteile im Vergleich zu Super. Grundsätzlich ist die Zusammensetzung der E-Fuels im Vergleich zu Super identisch, sodass nach aktueller Einschätzung alle Verbrenner ohne negative Konsequenzen vertragen.

Welche Kosten fallen für die E-Fuels an?

Aktuell sind die E-Fuels noch nicht marktreif. Die Herstellung erfolgt aktuell ausschließlich in kleineren Anlagen in Chile. Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Möglichkeiten und der Produktion unter Laborbedingungen liegen die Kosten pro Liter bei circa 4,50 Euro. Ausgehend von den sinkenden Kosten bei einer Massenherstellung kalkulieren Experten aktuell mit einem Preis von 1,60 Euro bis 1,80 Euro im Jahr 2026. Optimistische Schätzungen erwarten einen Preis von einem Euro pro Liter im Jahr 2030, sodass innerhalb der nächsten Jahre konkurrenzfähig werden. In der Zwischenzeit wird es möglich sein, sie mit fossilem Sprit zu mischen.

2 thoughts on “E-Fuels – Vorteile und Nachteile

  1. Pingback: BMW will weiterhin in Verbrennungsmotoren investieren

  2. Reinhard Meyer

    „Kennzeichenhalter zur werkzeuglosen Befestigung.“
    Wenn man sich damit auskennt, ist das Nummernschild im Handumdrehen geklaut! Bei uns gestern geschehen.
    Mfg
    R. Meyer

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert