Es gibt keinen Abgasskandal bei den Benzinern! Thema: Katalysator!

Es gibt keinen Abgasskandal bei den Benzinern! Auch wenn eine aktuelle ARD-Berichterstattung etwas anderes befürchten lässt. Thema: Katalysator!

Wilhelm Ostwald definierte im Jahre 1895 den Katalysator wie folgt: „Ein Katalysator ist ein Stoff, der die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion erhöht, ohne selbst dabei verbraucht zu werden und ohne die endgültige Lage des thermodynamischen Gleichgewichts dieser Reaktion zu verändern.“. Für seine Arbeiten um die Katalyse erhielt Wilhelm Ostwald übrigens auch den Nobelpreis für Chemie verliehen.

Die Katalyse gab es also schon vor den Autos, aber im Auto macht der sogenannte Katalysator die Abgase unschädlicher. Der Kat gehört zu den Bauteilen der Abgasnachbehandlung in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Egal ob Benzin, Diesel, CNG oder LPG-Antrieb: Durch den Katalysator können die Schadstoffemissionen im Abgas drastisch reduziert werden.

Katalysator auto


Wie funktioniert ein Katalysator?

Im Kat selbst sitzt ein Wabenkörper aus Keramik oder Metall. Die Oberfläche von diesem Wabenkörper ist hauchdünn mit den Edelmetallen Platin, Rhodium und / oder Palladium beschichtet. Diese Beschichtung dafür sorgt, dass die chemische Umwandlung stattfinden kann. Die Abgase durchströmen den Katalysator. Die Aufgabe ist klar: Die chemische Umwandlung der Kohlenwasserstoffe, des Kohlenstoffmonoxid und der Stickoxide in die ungiftigen Stoffe Kohlenstoffdioxid, Wasser und Stickstoff. Das funktioniert durch die Oxidation beziehungsweise durch eine Reduktion. Der Katalysator kann das aber nicht von Anfang an, er muss dafür erst auf Betriebstemperatur gebracht werden. Sprich in den ersten Minuten nach einem Kaltstart werden die Abgase schlechter gereinigt. Diejenigen die ihr Fahrzeug nur für Kurzstrecken nutzen, blasen die Abgase nahezu ungereinigt in die Umwelt. Die optimale Betriebstemperatur von Katalysatoren im PKW liegen bei ca. 500°C.

Das funktioniert übrigens nur, wenn auch die anderen Bauteile die für die Abgasnachbehandlung notwendig sind auch funktionieren. Denn auch wenn sich der ursprüngliche Katalysator nicht verbraucht, kann ein Katalysator im PKW auch kaputt gehen. Wenn es unter dem Fahrzeug rasselt, dann kann eine defekte Wabenstrukur im Kat der Grund dafür sein. In dem Fall werden die Abgase natürlich auch nur noch unzureichend gereinigt und ein neuer Kat muss her.

Im großen Haifisch-Becken der Online-Händler gibt es eine große Preisspanne. Von 50 bis 500 Euro, wer hier billig kauft – kauft ggf. in der Zukunft zwei Mal denn was nicht verwundert: Die günstigen Katalysatoren haben nicht die Reinigungswirkung wie die Erstausrüster oder die namhaften Hersteller.

Aktuell wird bei der Abgasuntersuchung (alle 2 Jahre) dürfte das noch nicht einmal auffallen, aber in der Zukunft sollen auch hier die Messverfahren strenger werden. Der Endkunde schaut dann wieder in die Röhre, denn eine E-Zulassung haben die meisten (auch sehr günstig zu erwerbenden) Katalysatoren bekommen.

Das – und nichts anderes – hat der Beitrag in der ARD herausbekommen. Günstige Katalysatoren reinigen die Abgase schlechter als teurere. Die Geschichte nun zu einem „Abgasskandal“ aufbauschen zu wollen, ist dann jedoch schon etwas übertrieben, oder?

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