H-Kennzeichen werden weniger – könnten aber noch wichtig werden

Fahrzeuge, die als historisch eingestuft werden, können eine sogenannte H-Zulassung erwerben. Diese Autos profitierten bislang von steuerlichen Privilegien: Sie zahlten eine Steuerpauschale von 191 Euro pro Jahr und waren am sogenannten H-Kennzeichen erkennbar. Das H-Kennzeichen soll die alten Autos als technisches Kulturgut schützen. Doch mittlerweile verliert das Oldtimer-Kennzeichen offenbar an Attraktivität. Die steuerlichen Ersparnisse sind inzwischen in vielen Fällen verschwindend gering.

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H-Kennzeichen könnten in den neuen Umweltzonen der Großstädte zum Vorteil werden.

30 Jahre alte Autos gelten als Oldtimer

Grundsätzlich gelten Autos als Oldtimer, die vor mindestens 30 Jahren in Betrieb genommen wurden. Autos aus den achtziger Jahren, die demnach auch schon als Oldtimer gelten, kosten allerdings weniger, wenn sie mit normaler Besteuerung, also ohne H-Kennzeichen unterwegs sind. Mittlerweile haben viele der Autos, die 30 Jahre oder älter sind, bereits einen Katalysator und werden deshalb mit viel weniger als 191 Euro jährlich besteuert. Für manche Autos lohnt sich eine H-Zulassung deshalb gar nicht mehr.

Vorteil der Steuerersparnis oftmals nicht mehr gegeben

Der größte Teil der Golf- und Kadett-Fahrer verzichtet laut Zahlen der VDA inzwischen auf eine H-Zulassung. Lediglich 28 Prozent der Golf-Modelle haben das Oldtimer-Kennzeichen. Beim Opel Kadett beträgt der Anteil 36 Prozent. Zudem dürfen einige Oldtimer-Modelle auch ohne das H-Kennzeichen in die Umweltzonen fahren – und zwar, wenn sie sich nachrüsten lassen. So kann beispielsweise eine über 30 Jahre alte Mercedes E-Klasse, in die nachträglich ein Kaltlaufregler eingebaut wurde, eine grüne Plakette erhalten. Damit braucht der Wagen kein Oldtimer-Kennzeichen, um Umweltzonen befahren zu dürfen. Zudem kommt der Mercedes selbst mit 2,3-Liter-Otto-Motor nur auf 169 Euro Steuer jährlich und liegt damit unter der Oldtimer-Pauschale von 191 Euro.

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H-Kennzeichen haben immer öfter eher steuerliche Nachteile.

Dank H-Kennzeichen in die Umweltzonen

Kommen nun allerdings die neuen Umweltzonen mit den blauen Plaketten, könnte sich das H-Kennzeichen wieder lohnen. Die blaue Plakette erhalten Autos mit geringem Stickoxid-Ausstoß (NOx-Wert) – nur damit können sie die Umweltzonen der Großstädte befahren. Liegt der NOx-Wert bei Oldtimern mit Ottomotoren der Abgasnorm Euro 1 und Euro 2 über dem erlaubten Wert, könnte das H-Kennzeichen doch wieder als Eintrittskarte in die Umweltzonen gebraucht werden. Denn Autos mit dem Oldtimer-Nummernschild sind von der Kennzeichenverordnung bislang ausgenommen und unterliegen deshalb nicht den Umweltzonen-Fahrverboten.

Rangliste der Autos mit H-Kennzeichen in Deutschland

An der Spitze in Deutschland steht der VW-Käfer mit 32.750 Fahrzeugen. Dahinter folgt der Mercedes W 123 mit 17.534 Autos. Auf dem dritten Rang liegt der Mercedes-Benz SL R107 mit 11.325 Fahrzeugen. Eine starke Steigerung gegenüber dem vergangenen Jahr gab es beim Golf (um 35 Prozent auf 4.519 Autos), beliebter wird auch der Opel Kadett (4.280 Autos). Und einer darf natürlich nicht fehlen: Der gute alte Trabi. Von der DDR-Autolegende fahren ganze 2.032 mit einem H-Kennzeichen durch Deutschland. Die Trabis haben mittlerweile Kultstatus und werden von Liebhabern aufwändig gehegt und gepflegt, schließlich sind sie ein wichtiger Teil deutscher (Automobil-) Geschichte.

Ein Gedanke zu „H-Kennzeichen werden weniger – könnten aber noch wichtig werden

  1. Theo Schumacher

    Danke für den schönen Beitrag. Ich würde gerne meinen eignen Oldtimer fahren. Vielleicht muss ich aus der Stadt ziehen!

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