Pro & Contra: Tempo 120 km/h auf der Autobahn? Tempo 80 km/h auf der Landstraße?

Die Deutsche Umwelthilfe, übrigens ein Umweltschutz-Verein und keine staatliche Behörde, wünscht sich ein Tempolimit auf den Autobahnen in Deutschland von Tempo 120 km/h. Begründet wird der Wunsch mit dem Umweltschutz, aber auch mit der Reduzierung von Unfällen. So langsam könnte man auch das Gefühl haben, dass die DUH ausprobieren möchte, wann den Autofahrern in Deutschland der Geduldsfaden reisst.

Was will die DUH? Tempo 120 km/h auf der Autobahn!

Doch es sei natürlich keine Provokation der Autofahrer. Vor allem ginge es dem Verein, der zur Zeit bereits viele Gerichte beschäftigt, um den Klimaschutz. Durch eine Reduzierung auf 120 km/h – das sind 33,33 Meter pro Sekunde – könne man, so vermeldet es der DUH-Chef Jürgen Resch, den Klimaschutz im Verkehr auch mit den Fahrzeugen erreichen, die sich bereits auf der Straße befinden.

Herr Resch möchte also die Wirtschaft ankurbeln, denn es müssten dann ja auf noch knapp zwei Prozent der Straßen in Deutschland das Verkehrsschild VZ 274-120 aufgestellt werden.

Auf Nachfrage bestätigte Resch auch, dass der Verein auch die juristischen Möglichkeiten prüfen will. Klagt die DUH also demnächst nach den Fahrverboten in den Städten auch noch für ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen?
Die Rechnung der DUH ist recht einfach: Bei niedrigen Geschwindigkeiten würden die Fahrzeuge weniger Kraftstoff verbrauchen. Somit wird auch der CO2-Ausstoß minimiert. Das was jeder Autofahrer weiß, soll nun aber Gesetz werden.

Was kommt danach? Tempo 80 km/h auf Landstraßen!

Doch die DUH denkt noch weiter, so möchte man die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen gerne von derzeitig Tempo 100 km/h auf Tempo 80 km/h reduzieren.

Sollten die Tempolimits wirklich eingeführt werden, sprich Tempo 80 km/h auf Landstraßen und Tempo 120 km/h auf Autobahnen, könnten die Fahrzeughersteller die Fahrzeuge komplett anders aufbauen. Die Fahrzeuge könnten leichter werden, die Sensoren müssten nicht mehr ausgelegt sein für Hochgeschwindigkeitsfahrten und die Sicherheitsreserven könnten geringer ausfallen. Dafür müssten die Automobilhersteller aber erneut eine Menge in Neuentwicklungen investieren, daher gehen wir nicht davon aus, dass der Endkonsument die „Einsparungen“ auch beim Kaufpreis von Neuwagen dann spüren würden.

Von was will die DUH ablenken?

Der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat eine klare Meinung zu der DUH-Forderung, er bezeichnet die Kampagne als „Nebelkerze“. Eine Nebelkerze ist eine rhetorische Taktik der Ablenkung. Möchte die DUH eventuell gerade davon ablenken, dass der eigene Verein von immer mehr Menschen Gegenwind spürt? Das einige Unternehmen die Unterstützung bereit eingestellt haben?

Die Nebelkerze würde den Argumenten nicht standhalten, sagt unser Bundesverkehrsminister. Scheuer will die Verkehrsbelastung und die Emissionen reduzieren und gleichzeitig die Mobilität verbessern und Förderungen bzw. Anreize sind ihm (und uns) lieber als weitere Einschränkungen oder gar Verbote.

Ein generelles Tempolimit in Deutschland, bzw. Tempo 120 km/h auf allen Autobahnen könnte sich sogar negativ auswirken auf den Tourismus, denn es gibt in der Tat sogar Autokäufer aus dem Ausland, die sich ihre Neuwagen in Deutschland abholen um einmal über die „Autobahn“ so schnell fahren zu können, wie sie nur wollen. Das letzte Stück Freiheit, selbst für Amerikaner, die ihre in den USA hergestellten Fahrzeuge hier in Deutschland abholen – klingt komisch, ist aber so.

Pro & Contra: Tempolimit auf der Autobahn

Wir haben uns einmal auf die Suche gemacht nach Pro & Contro Stimmen für bzw. gegen ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen. Das Thema kommt ja gefühlt alle zwei Jahre aus der Versenkung, in der Regel um das ein oder andere Sommerloch zu stopfen.

Wer aus den benachtbarten Ländern kommt, der kennt ein Tempolimit und wird vermutlich bestätigen, dass die Autofahrt dort weniger anstrengend ist wie bei uns. Die Autofahrer sind in der Regel mit der gleichen Geschwindigkeit unterwegs und der Verkehr rollt. Überfährt man die Grenze zu Deutschland und erspäht das weiße Schild mit den drei Streifen, dann schalten sich bei einigen Autofahrern auch gleichzeitig ein paar Synapsen im Gehirn um. Es wird gedrängelt, es wird genötigt und vor allem wird der Geschwindigkeitsunterschied zwischen den Autos zum Problem, denn wenn auf der rechten Spur jemand mit Tempo 100 km/h unterwegs ist, dann kann er beim ausscheren zur Gefahr werden, für denjenigen der sein 250 km/h schnelles Fahrzeug gerade auf der linken Spur ausfährt.

Fakt ist allerdings auch, das werden ebenfalls alle Autofahrer bestätigen können: Es gibt bereits heute noch kaum unlimitierte Streckenabschnitte. Wenn man alle deutschen Straßen nimmt (Stadtstraßen, Landstraßen, Autobahn)sind es gerade einmal zwei Prozent die mit einer Richtgeschwindigkeit von 130 km/h zu befahren sind. Das Sicherheitsthema zieht übrigens auch nicht, denn auf unseren Autobahnen passieren die wenigsten tödlichen Unfälle.

Wir dürfen nicht vergessen: Der PKW-Verkehr macht ca. 12 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland aus, der Einspareffekt durch ein Tempolimit wäre doch wahrlich marginal, zumal die meisten Autofahrer vermutlich sowieso schon in dem Geschwindigkeitsbereich unterwegs sind.

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