Vergleich zwischen einem Wasserstoffauto und Elektroauto

Unabhängig von dem erfolgreichen Einspruch der FDP in Bezug auf das endgültige Verbrenneraus, gibt es nach den aktuellen Entscheidungen keine dauerhafte Zukunft für die fossilen Brennstoffe. Die alternativen Antriebsmöglichkeiten wie Wasserstoff oder Elektro gewinnen immer mehr an Bedeutung. Während das Elektroauto in aller Munde ist, bietet das Wasserstoffauto eine überlegenswerte Alternative. Wir erläutern Ihnen alle wichtigen Fakten zu den beiden Antriebsarten.

Vergleich zwischen einem Wasserstoff und Elektro

Vergleich zwischen einem Wasserstoff und Elektro

Wie ist die Funktionsweise eines Wasserstoffautos?

Technisch betrachtet handelt es sich bei den Wasserstoffautos ebenfalls um ein Elektroauto. Alle Bestandteile eines Elektroautos finden sich auch in den Wasserstoffautos wieder. Darüber hinaus verfügen die Wasserstoffautos über eine Brennstoffzelle mit einem Wasserstofftank, sodass während der Fahrt Strom erzeugt werden kann. Mithilfe eines kleinen Akkus können Lastspitzen, die beispielsweise bei der Beschleunigung entstehen, abgedeckt werden. Innerhalb der Brennstoffzelle findet die umgekehrte Elektrolyse statt. Die entstehende Wärme und elektrische Energie resultiert aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft zu Wasser. Die elektrische Energie ist für den Antrieb des Fahrzeuges verantwortlich, während die entstehende Abwärme für das Heizen innerhalb des Pkw genutzt werden kann.

Welche Faktoren sind für einen Vergleich zwischen dem Wasserstoffauto und dem Elektroauto relevant?

Bei unserem Vergleich der beiden grünen Antriebsarten konzentrieren wir uns auf die vier folgenden Parameter:

  • ✅ die Nachhaltigkeit
  • ✅ praktische Nutzbarkeit
  • ✅ die mögliche Reichweite
  • ✅ die laufenden und einmaligen Kosten

Die Nachhaltigkeit der Technik

Grundsätzlich sind bei beiden Varianten Elektromotoren als wichtiger technologischer Bestandteil in den Autos integriert. Unterschieden wird dabei die Art des Tankens. Bei einem elektrisch betriebenen Fahrzeug wird der getankte Strom in einem Akku gespeichert. Das Wasserstoffauto sorgt mithilfe der verbauten Brennstoffzelle selbst für die Erzeugung und anschließende Speicherung des Stroms.

Wasserstoffauto oder Elektroauto - Speicherung des Stroms

Wasserstoffauto oder Elektroauto – Speicherung des Stroms

Hinsichtlich der Nachhaltigkeit ist zu beachten, dass bei der Erzeugung von Wasserstoff eine vergleichsweise hohe Menge an Strom benötigt wird. Nachhaltig ist der gesamte Vorgang ausschließlich, wenn der benötigte Strom auch aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Wird für die Erzeugung von Wasserstoff beispielsweise Erdgas genutzt, ist es weniger nachhaltig.

Siehe auch  EU fordert Fahrzeuge die autonom Geschwindigkeiten einhalten

Bei einem E-Auto ist im Vergleich zu einem Wasserstoffauto eine deutlich höhere Menge an Strom für die Herstellung erforderlich. Somit ist auch bei einem E-Auto die Art des genutzten Stroms für die Nachhaltigkeit entscheidend.

Die Nachhaltigkeit der Technik kann auch mit dem Wirkungsgrad gemessen werden. Im Durchschnitt liegt die Effizienz der eingesetzten Energien bei einem Elektroauto zwischen 70 und 80 Prozent. Ein Wasserstoffauto hat lediglich einen Wirkungsgrad zwischen 20 und 30 Prozent. Insgesamt ist das Elektroauto demnach deutlich nachhaltiger als das Wasserstoffauto.

Die Praxisfähigkeit im Alltag

Auch wenn bisher erst sehr weniger Wasserstoffautos unterwegs und der Aspekt noch nicht aufgrund einer vergleichbaren Stückzahl verglichen werden kann, geht der Punkt in der Theorie deutlich an das Wasserstoffauto. Der größte Nachteil bei dieser Betrachtung in Bezug auf das E-Auto ist die Dauer eines Landevorgangs. Je nach Ladeinfrastruktur dauert ein Ladevorgang bei einem elektrisch fahrenden Auto zwischen 30 Minuten und 4 Stunden. Ein Wasserstoffauto können Sie bei einer verfügbaren Wasserstoff-Tankstelle innerhalb von wenigen Minuten laden. Somit hat das Wasserstoffauto keinen Nachteil gegenüber einem Verbrenner.

Ein weiteres Argument für das Wasserstoffauto ist die Möglichkeit, die bestehende Tankstellenstruktur aufrechtzuerhalten. Bei einer entsprechenden Nachfrage kann der Wasserstoff an jeder Tankstelle wie Benzin oder Diesel getankt werden. In der Praxis ergibt sich aufgrund der aktuell sehr geringen Nachfrage jedoch das Problem, dass Sie Ihr Wasserstoffauto in Deutschland nur an circa 100 Tankstellen laden können. Somit gibt es aktuell deutlich mehr Optionen ein Elektroauto zu laden, da es neben den privaten Ladepunkten auch immer mehr öffentliche Ladesäulen gibt. Viel schwieriger ist das Tanken von Wasserstoffautos im Ausland. In unseren Nachbarländern Frankreich, Österreich und der Schweiz gibt es jeweils drei bis fünf Tankstellen für Wasserstoffautos.

Zudem existiert bei einem Elektroauto die Möglichkeit, das Fahrzeug zu Hause zu laden. Ein Wasserstoffauto kann nach heutigen Erkenntnissen ausschließlich an Tankstellen betankt werden.

Die Reichweite

Im Vergleich Wasserstoffauto versus Elektroauto gibt es in Bezug auf die Reichweite ein knappes Rennen. Konnten Sie mit einem E-Fahrzeug vor wenigen Jahren nur kurze Distanzen zurücklegen, wurde die Technologie in puncto Reichweite deutlich optimiert. Je nach Modell schaffen es die Stromer mittlerweile auf Reichweiten bis zu 650 Kilometern. Im Durchschnitt liegt der Wert im Bereich von 400 bis 500 Kilometern. Bei den Wasserstoffautos kommt es ebenfalls auf das Modell an. Je nach Fahrzeug schaffen es die Wasserstoffautos auf Reichweiten, die mit einem Diesel oder Benziner vergleichbar sind. Betrachten Sie die durchschnittliche Reichweite beider Antriebstypen schafft ein Wasserstoffauto circa 100 bis 150 Kilometer mehr, mit einer Füllung.

Vergleich Wasserstoff versus Elektroauto - die Reichweite

Vergleich Wasserstoff versus Elektroauto – die Reichweite

Die wichtigsten Fakten in Bezug auf die Kosten

Bei den Kosten müssen Sie zwischen den laufenden und den Fixkosten unterscheiden. Grundsätzlich müssen Sie bei den Erstanschaffungskosten mit deutlichen höheren Kaufpreisen im Vergleich zu einem Diesel oder Benziner rechnen. Während es die günstigsten Elektrofahrzeuge bereits ab circa 20.000 Euro gibt, kostet ein Wasserstofffahrzeug mehr als 60.000 Euro in der günstigsten Variante. Auch bei den elektrisch betriebenen Fahrzeugen gibt es je nach Modell, Ausstattung und Anbieter deutlich teurere Modelle. Aufgrund der mehr als 70 Modellreihen mit fast 200 verschiedenen Elektrofahrzeugmodellen finden Sie im Segment der Elektrofahrzeuge eine vielfältige Bandbreite. Aufgrund der bisher geringen Nachfrage und dem politischen Fokus auf die Elektrofahrzeuge gibt es bei den Wasserstoffautos bisher lediglich zwei verschiedene Modelle zur Auswahl.

Siehe auch  Einparkhilfen oder Einparkassistenten? Was Sie können und was die Zukunft bringt

Bei den durchschnittlichen Kosten pro 100 Kilometer ist das E-Auto ebenfalls deutlich günstiger. Für ein Wasserstoffauto müssen Sie mit etwa 9,50 Euro pro 100 Kilometer für das Tanken von Wasserstoff kalkulieren. Im Vergleich dazu sind die 5,5 Euro bis 7,00 Euro für das Elektroauto auf die gleiche Strecke deutlich geringer.

Weitere wichtige Informationen im Vergleich von Wasserstoff- und Elektroauto

Der durchschnittliche Verbrauch bei einem Elektroauto liegt bei 15 kWh auf einer Strecke von 100 Kilometern. Mit circa 54 kWh bei einem Brennstoffauto liegt der Wert fast viermal so hoch. Die CO2-Emissionen bei der Herstellung sind mit circa 5 Tonnen CO2-Äquivalenten bei einem Wasserstoffauto im Regelfall geringer als bei einem Elektroauto. Bei dem Stromer liegen die Emissionen zwischen 5 und 9 Tonnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert