Werden wir in der Zukunft Elektrofahrzeuge induktiv laden?

Wir sind der Überzeugung, dass dieses nicht so schnell passieren wird, denn die reine induktive Lademöglichkeit hat zwar einige Vorteile, aber auch einen entscheidenen Nachteil. Wir beleuchten das Thema „Induktives Laden von Elektrofahrzeugen“ in diesem Beitrag.

Induktive Ladestation klingen herrlich. Man fährt mit dem Fahrzeug über eine Ladeplatte, stellt das Fahrzeug ab und das Fahrzeug lädt automatisch. Man erspart sich das Kabelgewirr, das Ein- und auch wieder das Ausstecken. Gerade bei Dunkelheit oder im Winter dürfte das bei vielen Elektromobilisten für Freudensprünge führen, denn wer mag schon gerne bei Kälte länger Zeit draußen verbringen als man wirklich muss? Das gleiche gilt natürlich für Regen oder Gewitter, da hat man doch immer ein mulmiges Gefühl wenn man mit einem Kabel in der Hand versucht sein Fahrzeug aufzuladen.

Eine induktive Lademöglichkeit wäre hier in der Tat eine Lösung für viele Probleme, oder? Doch wie funktioniert das induktive Laden eigentlich?
Die Technik ist einfach erklärt. Es gibt es Sende-Spule und eine Empfänger-Spule. In der Sende-Spule wird ein Magnetfeld erzeugt welches dann auf die Empfangs-Spule wirkt. Dort wird dann die Spannung – die für den Ladevorgang notwenig ist – induziert. Zwischen den beiden Spulen fließt also direkt kein Strom, das elektromagnetische Feld gilt für uns Menschen als ungefährlich. Man kennt die Systeme z.B. von Smartphones oder aber auch von der elektrischen Zahnbürste.

Doch warum setzten die Hersteller diese Technologie nicht ein? Liegt es an den Preisen? Mitnichten! Beim BMW 5er 530e Plug-in-Hybrid kostet die Empfänger-Spule für das Fahrzeug 890 Euro, die Sende-Spule wird mit 2315 Euro eingepreist, dazu kommen noch Kosten für Kabel, Montage etc. – ja, teurer als die normale Lademöglichkeit aber alle Luxus-Gegenstände kosten Geld und Zeitsparen ist Luxus und der Komfort für die Elektroauto-Fahrer steht hier ganz klar im Vordergrund. Abends in die heimische Garage fahren, aussteigen und ins Haus gehen.

Lassen wir die Kosten-Komponente mal weg, entdeckt man bei der induktiven Lademöglichkeit allerdings weitere Nachteile. Es gibt Leistungsverluste zwischen Sender und Empfänger, je weiter die Spulen auseinanderliegen, umso geringer ist die Übertragungsmöglichkeit. Langsamer im Vergleich zu den anderen Lademöglichkeiten ist das System auch. Die Ladeleistung von dem BMW-System liegt gerade mal bei 3,2 kW. Mit einer herkömmlichen Haushaltssteckdose kann man das Fahrzeug mit der gleichen Geschwindigkeit laden, der Wirkungsgrad wäre hier sogar besser. Wer sein Fahrzeug aber sowieso in der Nacht immer in der Garage stehen hat, den wird das nicht interessieren. Wer das Fahrzeug häufiger einsetzt und bei wem Zeit = Geld ist, der kommt an Schnellladesäulen und Wallboxen derzeitig nicht vorbei. Vor allem nicht wenn wir über reine Elektrofahrzeuge und nicht über Plug-in-Hybride reden.

Dennoch wird weiter an der Idee der induktiven Lademöglichkeiten gearbeitet und geforscht! In der Zukunft werden die induktiven Lademöglichkeiten für das Elektroauto günstiger, für die heimische Garage also ggf. eine komfortable Möglichkeit. Auf Grund der Tatsache, dass viele Systeme auch gegen Wind und Wetter geschützt sind, kann man diese Systeme auch vor die Einfahrt stellen. Ob in der Zukunft der Wirkungsgrad bzw. die Ladegeschwindigkeit erhöht werden kann, steht derzeitig noch in den Sternen.

Fotos: © BMW 2018

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