Wechselkennzeichen - ein Flopp?


Wechselkennzeichen in DeutschlandIn der Schweiz und in Österreich gehört es schon seit mehreren Jahren zum Verkehrsalltag, nun ist es auch in Deutschland erhältlich - das Wechselkennzeichen, ein Kfz-Kennzeichen, das für zwei Fahrzeuge genutzt werden kann. Große Erwartungen waren mit dem neuen Umstecknummernschild verbunden, doch diese wurden nur zum Teil erfüllt, denn hinsichtlich Kfz-Steuer und Autoversicherung ergeben sich weniger Vorteile als erhofft.

Das Wechselkennzeichen - Ein Kennzeichen für zwei Fahrzeuge

Seit Anfang Juli kann auch in Deutschland das Wechselkennzeichen zum Einsatz kommen. Wer zwei Fahrzeuge besitzt und von den Vorteilen eines gemeinsamen Wechselkennzeichens profitieren will, muss das Wechselkennzeichen bei der Zulassungsbehörde des Straßenverkehrsamtes beantragen. Dort wird geprüft, ob alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind - ob die beiden Fahrzeuge auf dieselbe Person zugelassen sind, ob für jedes der Fahrzeuge eine Versicherung vorliegt und ob die beiden Fahrzeuge zur selben Fahrzeugklasse gehören.

Nach erfolgreicher Prüfung wird ein neues Hauptkennzeichen ausgestellt, das immer an demjenigen Fahrzeug befestigt wird, das im Betrieb ist, sowie Zusatzschilder für beide Fahrzeuge, die dauerhaft an den Autos oder Motorrädern angebracht werden. Einige Regeln müssen fortan beachtetet werden: Immer nur eines der beiden KFZ darf genutzt werden, während das nicht genutzte PKW oder Motorrad aufgrund des fehlenden vollständigen Kennzeichens auf einem Privatgelände geparkt sein muss.

Wechselkennzeichen - weniger Vorteile als erhofft

Keine bürokratischen Hürden und weniger Kosten für den Zweitwagen, das waren die Gründe für den Erfolg des Wechselkennzeichens in Österreich und in der Schweiz. Doch hierzulande bleibt die Resonanz auf das neue Wechselennzeichen verhalten. Die Kritik an der Umsetzung ist groß, denn neben den Einschränkungen beim Gebrauch der Fahrzeuge im Verkehr gibt es weitere Nachteile. Steuerliche Vergünstigungen sind mit dem Wechselennzeichen nicht verbunden, da für beide Fahrzeuge bei der Kfz-Steuer auch weiterhin der volle Satz bezahlt werden muss. Zudem ist die Anschaffung nicht billig: Mindestens 100 Euro betragen die Kosten für die Zulassung und die Schilder. Hinsichtlich der Kfz-Versicherung können sich allerdings Vorteile ergeben, denn es gibt mittlerweile zahlreiche Versicherungsanbieter, die den Nutzern des Wechselschildes Sonderkonditionen einräumen. Wie viel bei der Versicherung letztlich gespart werden kann, hängt von den beiden Fahrzeugen ab, Ersparnisse von 25 bis 40 Prozent sind möglich.

Fazit: Für wen lohnt sich das neue Wechselkennzeichen?

Interessant ist das Wechselkennzeichen vor allem für diejenigen, die zwei Autos oder Motorräder besitzen und immer nur eines ihrer Fahrzeuge fahren. Das kann dann der Fall sein, wenn man neben seinem PKW ein Fahrzeug besitzt, das man nur selten fährt, wie beispielsweise einen Oldtimer. Nicht geeignet ist das neue Kennzeichnen für Paare oder Familien mit zwei Autos, da hier beide Autos oft auch gleichzeitig genutzt werden. Eine interessante Alternative könnte das Wechselkennzeichen allerdings für all diejenigen sein, die ein Cabrio oder Wohnmobil ihr Eigen nennen - im Gegensatz zum hier üblichen Saisonkennzeichen ist man nicht an einen bestimmten Zeitraum gebunden und kann sein Zweitfahrzeug auch für Ausflüge außerhalb der Saison nutzen.
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