H-Kennzeichen wird langsam nicht mehr attraktiv

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Wer einen Oldtimer fährt, genießt – wenn er sich für das H-Kennzeichen entscheidet – finanzielle Vorteile. Doch immer mehr Oldtimer-Besitzer verzichten auf die historischen Kennzeichen. Der Grund? In vielen Fällen kommen die H-Zulassungen teurer.

Keine Steuervorteile für Fahrzeuge der 1980er Jahre

Zu Beginn des Jahres stieg die Anzahl der H-Zulassungen – im Vergleich zum Jahr 2015 – um 10,7 Prozent. Derzeit sind 343.958 PKW mit H-Kennzeichen auf Deutschlands Straßen unterwegs. Doch das Kennzeichen verliert immer mehr an Attraktivität. Immer mehr Oldtimer-Besitzer verzichten auf das historische Kennzeichen, weil es de facto keine tatsächlichen steuerlichen Begünstigungen mehr gibt. So weiß Peter Deuschle, KFZ-Sachverständiger und Oldtimer-Experte, dass viele Autos, die das erste Mal in den 1980er Jahren zugelassen wurden, mit normaler Besteuerung günstiger sind.

Die Steuerpauschale liegt bei 191 Euro

Bis dato war der größte Vorteil das Steuerprivileg. So mussten Fahrzeugbesitzer, wenn sie sich für die H-Zulassung entschieden, eine Pauschale von 191 Euro an KFZ-Steuer bezahlen. Damit ein H-Kennzeichen genutzt werden konnte, musste das Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt sein. Die Technologie hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten geändert; immer mehr Autos werden 30 Jahre alt, verfügen bereits über Katalysator oder wurden dahingehend aufgerüstet. Da der Motor der alten Fahrzeuge relativ wenig Hubraum hat, beträgt die KFZ-Steuer oftmals unter 191 Euro. So würde der Besitzer, wenn er sich für die H-Zulassung entscheidet, mehr Geld bezahlen müssen.

Die beliebtesten Oldtimer

Auf dem ersten Platz der beliebteste Oldtimer liegt der VW Käfer. 32.750 VW Käfer-Fahrzeuge sind auf Deutschlands Straßen unterwegs. Auf dem zweiten Platz liegt der Mercedes W123 (17.534 Fahrzeuge) und auf dem dritten Rang der Mercedes SL R107 (11.325 Fahrzeuge). Den stärksten Zuwachs konnte der VW Golf verzeichnen (+35 Prozent; 4.519 Fahrzeuge). Auch der Opel Kadett ist immer wieder auf deutschen Straßen zu sehen. Derzeit sind 4.280 Fahrzeuge mit dem historischen Kennzeichen unterwegs. Viele Golf- und auch Kadett-Fahrer haben sich aber gegen das H-Kennzeichen entschieden. Nur 28 Prozent aller Golf-Modelle sind mit Sonderkennzeichen ausgestattet; beim Opel Kadett handelt es sich um 36 Prozent.

Erlebt das H-Kennzeichen einen zweiten Frühling?

Vor 30 Jahren wurden bereits der VW Golf II und der Opel Kadett verkauft. Der VW Golf II kam 1983, der Opel Kadett 1985 auf den Markt. Doch auch wenn viele der Fahrzeugbesitzer heute auf das H-Kennzeichen verzichten, könnte es mitunter – auf die nächsten Jahre gesehen – mit den Zulassungen nach oben gehen. Der Grund ist eine neue Plakette für Fahrzeuge, die einen sehr niedrigen Stickoxid-Ausstoß haben. Fahrzeuge, die nur einen geringen Stickoxid-Ausstoß haben, sollen demnächst mit einer blauen Plankette gekennzeichnet werden. So können auch die älteren Fahrzeuge in die Umweltzone der Städte einfahren dürfen. Deuschle weiß, dass diese Änderung mitunter dafür sorgen könnte, dass viele Fahrzeugbesitzer auf die normale Zulassung verzichten und wieder auf die H-Zulassung zurückgreifen.

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