Die Blaue Plakette – ein Schreck für Dieselfahrer

Zehntausenden Dieselfahrzeugen droht, auf Grund eines zu hohen Stickoxidausstoßes, ein Fahrverbot. Die Städte Hannover, Braunschweig, Göttingen und Osnabrück sind – wegen den von der EU festgelegten Grenzwerten – zum Handeln gezwungen. Die Europäische Union hat bereits ein Vertragsverletzungsverfahren geöffnet, welches dafür sorgt, dass die Kommunen neue Regelungen schaffen müssen.

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13 Millionen Autos wären ohne Blaue Plakette aus bestimmten Innenstadt-Zonen ausgesperrt.

Hannover – kommt die Stadtverwaltung zu einem Ergebnis?

Die Stadtverwaltung Hannovers hat bereits erste Pläne besprochen; die Umweltzone wird vermutlich ausgeweitet. Mit Stichtag 31. Dezember 2015 waren 217.000 Dieselfahrzeuge in der Region zugelassen. Ob und wie viele Fahrzeuge tatsächlich ein Fahrverbot erhalten würden, steht noch nicht fest. Medien schätzen die Zahl auf 130.000. Vor allem Taxis, Handwerker-Lieferfahrzeuge, Busse und Autos von Pendlern wären betroffen. Bislang gibt es aber keine Entscheidung, ob und inwiefern die Umweltzone angepasst werden soll. Ein Sprecher der Stadtverwaltung hat auch bestätigt, dass auch noch kein Zeitplan entworfen wurde. Fahrverbote seien möglich, würden jedoch die Ultima Ratio darstellen. Mitunter soll die „Blaue Plakette“ für Abhilfe sorgen. Nach derzeitigem Stand könnten Dieselfahrzeuge – die mit der Euro-6-Norm zugelassen werden – in die Stadt einfahren. Jedoch würden nur Dieselfahrzeuge eine derartige Zulassung erhalten, wenn sie nach dem September 2015 zugelassen wurden.

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Osnabrück – „Blaue Plakette“ wäre denkbar

Auch Osnabrück kann sich mit der „Blauen Plakette“ anfreunden. „Das würde unser Problem lösen“, so Detlef Gerdts, zuständig für Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück. Doch nicht nur 20.000 Dieselautos wären von der Einführung betroffen; auch die Busse der Stadtwerke dürften nicht mehr in die Umweltzone einfahren. Laut aktuellem Stand erfülle gerade einmal ein Bus – von 100 – die Abgasnorm. Der Grund, warum es zu Änderungen kommen müsse, seien die Autohersteller. Der Meinung sei jedenfalls der Deutsche Städtetag. So würden die Hersteller die Stickoxidwerte auf dem Prüfstand messen, jedoch nicht im Stadtverkehr. Die Industrie- und Handelskammer warnt bereits vor derartigen Eingriffen und Schritten. Würde man den Autoverkehr derart einschränken, würde man den Handel – der von Lieferanten und Kunden abhängig ist – gefährden.

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Die blaue Feinstaubplakette kann bis jetzt nur für ausländische E-Fahrzeuge ausgestellt werden

Göttingen und Braunschweig – dieselben Probleme

Doch nicht nur in Hannover und Osnabrück gibt es Probleme; auch andere Städte in Niedersachsen kämpfen mit den Werten. So lagen Braunschweig und Göttingen ebenfalls über den Schadstoffwerten. In der Löwenstadt konnte man die Grenzwerte bereits senken, stehe aber jetzt, so ein Sprecher der Stadt, vor einem nicht mehr zu lösenden Problem. Auch in Göttingen und Braunschweig wird bereits laut über die „Blaue Plakette“ spekuliert. Jedoch warte man noch, so die Zuständigen, auf eine Entscheidung des Bundes.

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