Nutzung der Handbremse und Parkmodus bei einem Automatik

Die Frage, warum ein Fahrzeug mit einem Automatikantrieb und einer Parkstellung P noch eine Handbremse benötigt, stellen sich zahlreiche Autofahrerinnen und Autofahrer. Es gibt jedoch Situationen, in denen die zusätzliche Handbremse auch bei Getrieben mit Automatik nützlich sind.

Nutzung der Handbremse und Parkmodus

Nutzung der Handbremse und Parkmodus

Welche Buchstaben haben welche Bedeutung auf dem Automatikhebel?

Wenn Sie bisher ausschließlich mit einem Schaltgetriebe unterwegs waren, dürften Ihnen die einzelnen Buchstaben auf dem Hebel nicht bekannt sein. Bei uns finden Sie alle möglichen Buchstaben mit der jeweiligen Bedeutung in der folgenden Kurzübersicht:

  • ✅ P für Parken
  • ✅ R für Rückwärts
  • ✅ N für Neutral als Leerlaufstellung
  • ✅ D für Drive oder den Dauerbetrieb
  • ✅ S für Sport
  • ✅ M für die manuelle Schaltmöglichkeit

In wenigen Fahrzeugen gibt es darüber hinaus noch die folgenden Buchstaben:

  • ✅ B für Brake
  • ✅ L für Low

Wie genau funktioniert der Parkmodus bei einem Automatikfahrzeug?

Grundsätzlich sollten Sie bei dem Parken Ihres Fahrzeuges in jedem Fall einen Gang einlegen und die Handbremse anziehen. Mit diesem Verhalten verhindern Sie ein mögliches Wegrollen Ihres Pkws. Auch wenn immer mehr Hersteller die Handschaltung eindampfen, lohnt sich die Nutzung der speziellen Parkstellung des Hebels für Ihr Fahrzeug langfristig. Im Regelfall ist die Betätigung der Handbremse bei einem Automatikfahrzeug nicht zwingend erforderlich, jedoch können Sie bei einer extremen Neigung oder einem sehr starken Gefälle die Sicherheit durch die Handbremse erhöhen.

Mechanisch betrachtet vollziehen Sie den Parkmodus durch das grobe Zahnrad und den sogenannten Haken. Hierbei handelt es sich um einen Bolzen, welcher zwischen die Zähne des Zahnrades greift und dadurch eine Drehung verhindert. Diesen Vorgang können Sie durch die Stellung des Wahlhebels auf den Parkmodus erreichen. In der Folge wird die Antriebswelle des Getriebes gestoppt und die Räder können sich nicht mehr drehen.

Anders läuft der Vorgang bei der Feststellbremse ab, wenn sich Ihr Fahrzeug im Stillstand befindet. Mit dem Anziehen der Handbremse wirkt der Mechanismus direkt die Bremsen, sodass Ihr Kfz direkt gesichert wird.

Parkmodus in einem Automatikfahrzeug

Parkmodus in einem Automatikfahrzeug

Welche Parameter sind bei dem Vergleich der Handbremse und des Parkmodus entscheidend?

Bei einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe ist die Nutzung der Handbremse bei einem Parken ohne Gefälle nicht zwingend erforderlich. In dieser Konstellation würde es theoretisch ausreichen, wenn Sie Ihr Fahrzeug im Leerlauf lassen, ohne dass die Gefahr des Wegrollens besteht. Jedoch wäre es in diesem Fall möglich, dass jemand Ihr Auto wegschiebt. Mit dem Standardmodus Parken sind Sie in dieser Konstellation ausreichend abgesichert, da es keine besonderen Belastungen für den Haken und das Zahnrad gibt. Parken Sie Ihr Fahrzeug am Hang, wird der Haken und das Zahnrad sehr stark belastet.

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Für die Parkdauer wird das komplette Gewicht des Fahrzeuges von dem Zahnrad und den Haken gehalten. Je nach Zustand und Alter Ihres Kfz sollten Sie beachten, dass alle Bestandteile irgendwann Abnutzungserscheinungen erleiden, auch wenn der Mechanismus grundsätzlich sehr stabil ist. Parken Sie häufig an einem Hang, wird die Abnutzung schneller voranschreiten. Mit der Nutzung der Feststellbremse können Sie Ihr Fahrzeug schonen und auch das Getriebe wird es Ihnen danken. Diese Informationen und Hinweise finden Sie auch in den meisten Bedienungsanleitungen von Automatikfahrzeugen.

Nutzung der Feststellbremse können Sie Ihr Fahrzeug schonen

Nutzung der Feststellbremse können Sie Ihr Fahrzeug schonen

Bei der Feststellbremse bietet sich zudem der Vorteil, dass bei einem Anfahren Ihres parkenden Fahrzeuges durch ein anderes Auto mit hoher Wahrscheinlichkeit das Automatikgetriebe nicht repariert werden muss. Nutzen Sie lediglich den Parkmodus, kann es je nach Aufprall und Geschwindigkeit bei einer derartigen Konstellation dazu führen, dass Sie auch eine Reparatur an dem Getriebe vollziehen müssen.

Früher kam es an sehr kalten Tagen zu einem Einfrieren der Bremsbacken. Bei neuen Fahrzeugen tritt dieser Fall dank der neuen Technik nicht mehr ein. Eine Besonderheit liegt bei dem Befahren der Waschstraße vor. Hier sollten Sie den Leerlauf N wählen und die Handbremse nicht anziehen, um das Fahrzeug ohne blockierende Räder ziehen zu lassen.

Aus welchen Gründen lohnt sich die Nutzung der Handbremse?

Wenn Sie als Autofahrer eines Automatikfahrzeuges die Handbremse ziehen und sich dahingehend absichern, haben Sie einen großen Vorteil bei den Versicherungen. Im Hauptfokus stehen in diesem Zusammenhang die Dienstwagen. Die Berufsgenossenschaften und Versicherungen verlangen bei der Nutzung von Dienstwagen eine Handbremse. Ist die Handbremse nicht existent, entfällt nach aktuellem Stand bei zahlreichen Berufsgenossenschaften der Schutz der Unfallversicherung.

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Was sagen die Experten zur Nutzung der Handbremse?

Unabhängig von der tatsächlichen Notwendigkeit der Nutzung der Handbremse empfehlen viele Experten in jedem Fall das Parken mit der Handbremse. Ein Dekra-Experte verweist unter anderem auf den Paragraf 14 der Straßenverkehrsordnung, welche sich konkret auf die Sorgfaltspflichten beim Ein- und Aussteigen bezieht. Im Detail ist die Fahrerin oder der Fahrer verpflichtet, alle nötigen Maßnahmen zu treffen, um Störungen des Verkehrs oder Unfälle zu vermeiden, wenn das Fahrzeug verlassen wird. Auch aufgrund dieser Formulierung empfehlen die Experten, dass Sie bei einem Automatik den Schalthebel auf P stellen, den Motor abschalten und zusätzlich die Handbremse anziehen.

Wie können Sie Ihr Fahrzeug und das Getriebe zusätzlich schonen?

Neben den oben bereits erwähnten Maßnahmen sollten Sie mit einer vorausschauenden und schonenden Fahrweise Ihr Fahrzeug und Getriebeteile schützen. Insbesondere die Getriebe von Automatikfahrzeugen sind sehr hohen Belastungen ausgesetzt, sodass es zu einem schnellen Verschleiß kommt. Mit einer regelmäßigen Wartung können Sie vielen Problemen vorbeugen und schützen Ihr Fahrzeug und Ihren Geldbeutel. Lassen Sie regelmäßig einen Getriebeölwechsel und eine Spülung des Getriebes durchführen, um langfristig Ihr Fahrzeug zu schonen.

Ein weiterer Tipp für Ihr Fahrzeug ist die Nutzung der Neutralstellung N, wenn Sie auf glatten oder nassen Straßen unterwegs sind. Vorzugsweise ältere Automatikfahrzeuge agieren auf rutschigen Straßen häufig sehr stark und bremsen abrupt ab. Bei geringen Geschwindigkeiten kann dies dazu führen, dass das Bremsverhalten nicht behutsam genug erfolgt und Sie ins Rutschen geraten. Mit der Stellung N dürfte es Ihnen deutlich leichter fallen, das Fahrzeug auch bei schwierigen Straßenverhältnissen sicher zu manövrieren.

Für die Automatikfahrzeuge gibt es bei den meisten Herstellern keine regelmäßigen Termine für einen Service. Die Experten des ADAC empfehlen jedoch nach 100.000 Kilometern den Ölwechsel mit einer Ölspülung realisieren zu lassen. Im Bereich der Taxifahrer wird diese Routine von vielen Fahrern genutzt, um somit das Getriebe zu schonen und mehrere hunderttausend Kilometer ohne Getriebewechsel fahren zu können.

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