Elektroautos: Kfz-Steuer doch höher als gedacht?

Seit Jahren arbeitet die Bundesregierung an der Verbreitung von strombetriebenen Fahrzeugen. Die Autos haben noch einige Nachteile: Nur wenige Auflademöglichkeiten, stundenlange Ladezeiten und hohe Anschaffungskosten hinderten deutsche Autofahrer bislang am Kauf eines Elektrofahrzeugs. Man versuchte, mit Anreizen Käufer anzulocken. Strombetriebene Fahrzeuge sollten Extra-Parkplätze erhalten, Busspuren nutzen können und 5 Jahre von der Kfz-Steuer befreit sein. Doch ist die Kfz-Steuer im Anschluss möglicherweise höher als für Benziner? Und was will die Bundesregierung tun, um das E-Auto attraktiver zu machen?

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Zahlen Besitzer von Elektroautos am Ende mehr Kfz-Steuer?

Steuerbelastung am Ende doch höher?

Die ersten Elektroauto-Besitzer, die ihren Wagen 2011 kauften, haben nun einen ersten Steuerbescheid erhalten, wie die Zeitung „Freie Presse“ berichtet. Das meistverkaufte Elektroauto in Deutschland ist der Nissan Leaf – Halter sollen für das Auto 56 Euro im Jahr Steuern zahlen. Ein Mitsubishi i-MiEV kostet 45 Euro jährlich an Steuern. Für bestimmte VW-Modelle werden hingegen nur 20 Euro Steuern im Jahr veranschlagt. Nach der fünfjährigen Steuerfreiheit werden Elektroautos also höher besteuert als vergleichbare Benziner. Damit wird umweltfreundliches Autofahren faktisch nicht belohnt, sondern bestraft.

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E-Prämie ist beschlossene Sache

Das Bundesfinanzministerium reagierte mit dem Verweis auf die Vereinbarung im Koalitionsvertrag. Wer sich bis 2020 ein Elektroauto anschafft, soll für die doppelte Zeit von der Kfz-Steuer befreit werden, also 10 Jahre. Auch in den Ausbau des Ladenetzes soll massiv investiert werden. Bis 2020 wünscht sich die Bundesregierung 1 Million Elektroautos auf deutschen Straßen. Bis jetzt sind es 50.000. Auch die Batterieforschung soll verstärkt werden. Zusätzlich beraten sich die Chefs der deutschen Autobauer aktuell darüber, ob es Kaufprämien für Elektroautos geben soll, d. h. ob die Industrie einen Teil der Kosten übernehmen soll. Laut Bericht der FAZ wird es ab Mai 2016 eine Kaufprämie von 4.000 Euro geben. Beim Kauf eines Hybrid-Fahrzeugs gibt es eine Prämie von 3.000 Euro. Finanzminister Schäuble sagte auf der Pressekonferenz, die Gesamtfördersumme betrage 1,2 Millionen Euro. Danach sei Schluss mit der E-Prämie.

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Aktuell sollen Käufer von Elektroautos 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden.

Geringe Zahl der Ladestationen ist noch immer ein großes Problem

Das große Problem der zu geringen Zahl der Ladestationen wollen Sachsens und Bayerns Justizminister mit einer Gesetzesänderung lösen: Für Mieter und Wohnungsinhaber in Gemeinschaftswohnanlagen soll der Einbau eines Ladeanschlusses für Elektroautos erleichtert werden, zum Beispiel an Garagen. Die Rechtslage sei diesbezüglich noch zu unklar.

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Der US-amerikanische Autobauer Tesla investiert seit Jahren nicht nur in den Bau von Elektroautos, sondern auch in das Netz der Ladestationen. An vielen Highways stehen die sogenannten Super-Charger, an denen sehr schnelles Laden möglich ist. In den Städten stehen hingegen sogenannte Destination-Charger. Diese sollen das Aufladen für kurze Strecken ermöglichen, während man beispielsweise einkauft. Die Batterie ist nicht voll, die Ladung genügt aber für den Nachhauseweg. Laut einer Tesla-Sprecherin sollen diese Ladestationen auch in immer mehr deutschen Städten installiert werden. Dafür sollen Verträge mit Parkhäusern, Hotels oder Shopping-Centern geschlossen werden, die solche Destination-Charger betreiben sollen.

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