Vernetzte Autos – das Internet der Dinge fürs Automobil

Es klingt ein bisschen wie aus einem schlechten Science Fiction-Film – via Internet sollen unsere Autos in Zukunft miteinander kommunizieren und sich zum Beispiel gegenseitig warnen, wenn es auf einer Strecke plötzlich anfängt zu regnen und Aquaplaning droht. Internet der Dinge, so heißt die schöne neue Welt. Bisher kennt man das sogenannte Internet der Dinge vor allem aus dem Hausgebrauch. So soll in Zukunft etwa der Kühlschrank automatisch neue Milch bestellen, wenn die alte abgelaufen ist. Doch auch die Zukunft der Autos steht ganz im Zeichen der vernetzten Mobilität. Hersteller wie VW, Tesla oder Nissan arbeiten bereits intensiv an neuen Modellen, die permanent online sind. Doch was bringen vernetzte Autos den Fahrzeugbesitzern?

Die Zukunft der Autos – sicherer Fahren mit Internet?

Vernetzte Mobilität: Autofahrer werden mehr und mehr bevormundet.

Autos in der Zukunft – mehr Sicherheit  durch vernetzte Mobilität

Kein großer Hersteller kann es sich erlauben, die aktuelle Entwicklung zu verschlafen. Wo doch die Vorteile so klar auf der Hand liegen. Mehr Komfort und mehr Sicherheit – das sollen vernetzte Autos bringen. Aktuelle Verkehrs- und Wetterdaten werden per Internet an das Auto gesendet und dort vom Bordcomputer verarbeitet. Oder das Auto registriert einen Schaden und sendet einen Bericht an die nächste Werkstatt. Das ist natürlich praktisch. Schon jetzt befinden sich unzählige Sensoren in unseren Autos, die Auskunft über Außentemperatur, Geschwindigkeit oder die Sitzbelegung geben. In einem aktuellen VW Golf zum Beispiel sind mehr als 1.500 Meter Kabel und 80 Kleincomputer verbaut. Nicht alle dieser Daten werden langfristig gespeichert. Doch beim Hersteller oder in einer Werkstatt können die Informationen ausgelesen werden, um ein genaues Bild über das Fahrverhalten des Besitzers zu erhalten. Das ist leider nicht nur sehr praktisch – es hat auch eindeutige Nachteile!

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Datenkrake am Steuer – was vernetzte Autos über den Fahrer wissen

Vernetzte Mobilität: Autofahrer werden mehr und mehr bevormundet.

Die Zukunft der Autos – sicherer Fahren mit Internet?

Auf der letztjährigen Computermesse Cebit warnte VW-Chef Martin Winterkorn bereits davor, dass vernetzte Autos sich zur Datenkrake entwickeln könnten. Diese Furcht ist durchaus berechtigt. Die schöne neue Welt der vernetzten Mobilität könnte zwar die Zukunft der Autos sein, doch sie geht auch mit einer ziemlichen Bevormundung des Fahrers einher. In Zukunft ist es einfacher, sich zurückzulehnen und dem Bordcomputer das Steuer zu übergeben, als selber zu fahren. Das war‘s mit dem Freiheitsgefühl im Auto. Durch vernetzte Autos wird außerdem der Mythos des Automobils abgeschafft. Für etwas mehr Sicherheit und Komfort muss man sich bald gefallen lassen, dass der Bordcomputer immer eingreift, wenn er meint, ein falsches Fahrverhalten zu erkennen. In England wird sogar geplant, Autos durch die Polizei per Funk stillzulegen. Bei den Elektrofahrzeugen von Nissan ist das bereits möglich – zahlt der Fahrzeughalter seine Leasingraten nicht, schaltet der Hersteller ganz einfach den Motor aus. Und auch die Versicherungen könnten Einblick in die Daten erhalten, die vernetzte Autos sammeln. Eine ziemlich gruselige Vorstellung.

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Autos in der Zukunft – das Millionengeschäft mit den Fahrerdaten

Noch schwerer als die Bevormundung wiegt allerdings die Tatsache, dass Internet-Riesen wie Google oder Apple ein ordentliches Geschäft mit unseren Daten machen können. Im Jahr 2015 wurden laut dem Beratungsunternehmen Booz & Company bereits 31 Milliarden Euro mit Daten erwirtschaftet, die vernetzte Autos gesammelt haben. Bis zum Jahr 2020 soll der Markt auf 113 Milliarden Euro wachsen. Der Fahrzeugbesitzer hat davon natürlich nichts. Das ist die Kehrseite der vernetzten Mobilität. Für Abschleppdienste, Werkstätten, Versicherungen oder Leasingfirmen sind diese Informationen Gold wert. Und natürlich werden sie verkauft, ohne dass der Fahrzeugbesitzer irgendwie Einspruch erheben könnte. „Die Vernetzung des Autos öffnet das Tor zu einer neuen riesigen Goldgrube für Anbieter aller möglichen Geschäftsmodelle“, warnt Burkhard Göschel, ehemaliger Entwicklungschef von BMW. Es ist also nicht alles schön in der neuen Welt der vernetzten Autos.

Mit Material von Zeit Online
Bilder: © Syda Productions / Dollar Photo Club; © chombosan – Fotolia.com

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