Angst vorm Autofahren nach einem Unfall

Mit ihrer Angst vorm Autofahren nach einem Autounfall sind die Unfallbeteiligten nicht allein. Zahlreiche Personen berichten von der langwierigen Folgen eines Autounfalls. Dabei beeinträchtigen die Folgen des Unfalls die Betroffenen je nach Konstellation monate- oder jahrelang. Neben den körperlichen Schmerzen, die je nach Art und Schwere des Unfalls verschieden ausfallen können, sind es vor allem die seelischen Verletzungen. Viele Betroffene leiden unter Panikattacken und starker Fahrangst. Der Unfall sorgt oftmals für ein Trauma.

Angst vorm Autofahren nach einem Unfall

Angst vorm Autofahren nach einem Unfall

Was ist ein Trauma?

In der Psychologie versteht man unter Trauma das Erleben einer bedrohlichen Situation oder eines Ereignisses, das mit ausgeprägten Gefühlen von Angst und Hilflosigkeit und/oder dem schutzlosen Ausgeliefertsein einhergeht. Die Folgen sind sehr häufig Angst, ungewolltes Wiedererleben des Unfalls und Entfremdung vom sozialen Umfeld.

Im Resultat sind die Unfallbeteiligten mit den Gedanken ständig bei dem Unfall, was sich auf den Job und das gesamte Privatleben auswirken kann. Kommen dann noch starke Schmerzmittel bei körperlichen Schäden aus dem Unfall dazu, besteht die Gefahr, dass die Unfallbeteiligten von den eigenen Gefühlen abgeschnitten werden.

Weitere Fakten zum Trauma und den Auswirkungen auf das Autofahren nach einem Unfall

Im Jahr 2017 erlebten circa 33.000 Menschen ein solches Trauma aufgrund von Verkehrsunfällen auf dem Weg zur Arbeit, von der Arbeit nach Hause oder während dienstlicher Fahrten. Obwohl Beschwerden in solchen Situationen relativ häufig auftreten, sind sie nicht bei jedem Betroffenen zwangsläufig gleich. Menschen reagieren unterschiedlich auf traumatische Erlebnisse im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen.

Einige Menschen meiden danach bewusst bestimmte Situationen, Orte oder Personen, die sie an das Trauma erinnern. Andere entwickeln Ängste im Zusammenhang mit dem Autofahren. Diese Ängste können sich auf bestimmte Situationen, wie das Fahren auf der Autobahn, beschränken, oder sie können das Fahren im allgemeinen Straßenverkehr betreffen.

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Eine Expertin für Verkehrssicherheit am Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG), erklärt, dass derartige Symptome üblicherweise nach einer gewissen Zeit abklingen. Jedoch halten sich nach Ihrer Erfahrung die Symptome bei einigen Personen noch für Wochen oder Monate nach dem Ereignis an. In solchen Fällen wird oft die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gestellt.

Angst vor dem Autofahren nach einem Unfall überwinden.

Angst vor dem Autofahren nach einem Unfall überwinden.

Die Förderung der psychischen Gesundheit

Um das Risiko von traumatischen Situationen zu reduzieren, können Mitarbeiter mit der richtigen Prävention lernen, mit diesem Risiko umzugehen. Nach Aussagen von Experten hat die Prävention immer Vorrang vor Rehabilitation. Führungskräfte können ihren Mitarbeitern Schulungen anbieten, die sie auf herausfordernde Situationen vorbereiten. In der ambulanten Pflege könnten dies beispielsweise Strategien zur emotionalen Distanzierung nach belastenden Situationen bei den Patienten sein, bevor sie sich auf den Weg zum nächsten Termin machen.

Die Angst vorm Autofahren nach einem Verkehrsunfall mit gezielten Methoden überwinden

Wenn Traumatisierungen nicht frühzeitig erkannt und gezielt behandelt werden, können schwerwiegende Gesundheitsprobleme bei den Betroffenen auftreten. Dies kann diverse Auswirkungen auf das Privatleben oder wirtschaftliche Aspekte des Arbeitgebers haben. Eine professionelle Behandlung und möglicherweise Fahrtrainings sind notwendig, um langanhaltende Ängste und die Chronifizierung zu verhindern.

Infolgedessen entscheiden sich viele für die Hilfe in einer Psychotherapie. Mit der professionellen Hilfe und der Unterstützung von Verwandten und Freunden kann nach einem Unfall die Angst vorm Autofahren sukzessive genommen werden. Wie bei zahlreichen anderen Phobien oder Ängsten kann die Psychotherapie ein entscheidender Faktor zu mehr Lebensqualität sein.

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Die Angst vor dem Autofahren nach einem Unfall überwinden mit einem Fahrsimulator

Durch das Training im Fahrsimulator erfahren zahlreiche Fahrer eine positive Veränderung in Bezug auf die Sicherheit und das Fahrgefühl. Obwohl zahlreiche Unfallbeteiligte recht schnell wieder mit dem Auto fahren, leiden einige Betroffene unter der ständigen Angst, die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. Darüber hinaus lösen laute Geräusche wie knallende Türen, ein Hupen oder das Zerbrechen von Glas bei vielen Fahrern Panikattacken aus. Mit dem speziellen Training führen die Fahrsimulatoren die Unfallbeteiligten gezielt an die traumatischen Erfahrungen heran, die während des Unfalls passiert sind. So kann beispielsweise ein frontales Entgegenkommen eines Fahrzeuges simuliert werden.

Oftmals müssen die Teilnehmer das Simulationstraining abbrechen, da Sie mit der Situation nicht umgehen können. Mit gezielten Wiederholungen und der Erfahrung des Personals gelingt es den Teilnehmern mit einer sehr hohen Quote, die Angst vorm Autofahren nach einem Autounfall zu überwinden. Bei dem Beispiel schaffen es die Autofahrer nach mehreren Versuchen im Regelfall, ruhig zu bleiben und dem entgegenkommenden Fahrzeug bewusst auszuweichen. Dieses Training und die Erfahrungen helfen, um das Auto auf der Straße wieder sicher und ohne Angst steuern. Die Betroffenen leben deutlich ruhiger, können ohne Sorge Ihrem Job nachgehen und die Gefahr von Panikattacken wird deutlich reduziert. Die gezielten Trainings helfen auch bei späteren Problemen und können jederzeit zu einem besseren Fahrgefühl und der eigenen Sicherheit genutzt werden.

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